Praxis für Chinesische Heilkunst0
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Grundlagen der TCM

Dao erzeugt Eins,
Eins erzeugt Zwei, (Yin -Yang)
Zwei erzeugt Drei, (Himmel - Erde - Mensch)
Drei erzeugt die Zehntausend Dinge

Laozi, Dao de Jing (Kap42)



Wu Xing - Fünf Wandlungsphasen

Wu Xing

Dieses Modell wird als Kreislauf dargestellt, es zeigt die Beziehungen der fünf Wandlungsphasen untereinander und wie sie sich ineinander verwandeln.

Hier auf der Erde beginnt alles mit Holz, weil die Erscheinungsformen der Dinge im Frühling (Holz-Zeit) beginnen.

 

Sind die beiden folgenden Kreisläufe im Gleichgewicht, so besteht Harmonie bzw. Gesundheit: 

Die nährende Sequenz / Hervorbringungszyklus (Sheng-Zyklus)

  • Wenn Holz verbrennt erzeugt es Feuer 
  • Verbranntes Holz erzeugt Asche/Erde
  • Verdichtete Erde wird zu Erz
  • Mineralien reichern das Wasser an
  • Wasser ist notwendig für das Wachstum von Holz

 

Die kontrollierende Sequenz / Kontrollzyklus (Ke-Zyklus)

  • Holz (Pflanzen) halten mit ihren Wurzeln die Erde
  • Feuer kann Metall schmelzen
  • In der Erde wird das Wasser kanalisiert
  • Mit metallenen Werkzeugen wird Holz bearbeitet
  • Wasser kontrolliert das Feuer

 

 

 

 Krankheit entsteht z.B.:

  • Wenn ein Element zu schwach ist, um das nächste hervorzubringen
  • Wenn ein Element zu stark ist und das übernächste Element "überkontrolliert"
  • Wenn ein Element zu stark ist und sich gegen das kontrollierende Element richtet (Beleidigungssequenz)

 Zuordnungen zu den einzelnen Wandlungsphasen:

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Yin und Yang

Yin und Yang

"Yin und Yang, männlich und weiblich, hart und weich, Himmel und Erde, Licht und Dunkel, Donner und Blitz, kalt und warm, gut und schlecht … das ist die Wechselwirkung der gegensätzlichen Prinzipien, die das Universum formen."


Tai Chi - Yin Yang

Das Konzept von Yin und Yang ist das älteste und fundamentalste der chinesischen Philosophie und Medizin. Alle natürlichen Erscheinungen können mit dem Wechselspiel von Yin und Yang beschrieben werden. Yin und Yang sind polare Gegensätze und gleichzeitig dynamische Aspekte, die den ständigen Wandel und Ablauf des Lebens beschreiben.

Die oft gebräuchliche Bezeichnung "weibliches und männliches Prinzip" ist nicht korrekt und gibt nur einen geringen Anteil der eigentlichen Bedeutung wieder. Die ursprünglichen Schriftzeichen bedeuten "Yin - die schattige Seite eines Hügels" und "Yang - die sonnige Seite eines Hügels".

Es haben sich im Laufe der Zeit 4 Prinzipien von Yin und Yang entwickelt, die nicht nur für die chinesische Medizin eine wichtige Rolle spielen:

  1. Gegenteil und Ergänzung:
    Alle Dinge haben einen Yin- und einen gegenteiligen Yang-Aspekt. Jeder Yin- und jeder Yang-Aspekt kann wieder in Yin und Yang unterteilt werden. Beide zusammen ergeben wieder das Ganze.
  2. Relativität:
    Yin und Yang werden im Verhältnis zueinander definiert. Es gibt kein absolutes Yin oder Yang.
  3. Interaktion:
    Yin und Yang sind in ständiger Wechselbeziehung und kontrollieren sich gegenseitig. Yin produziert und nährt Yang, Yang beschützt und bewegt Yin.
  4. Transformation:
    extremes Yin verwandelt sich in Yang, extremes Yang verwandeln sich in Yin

Hier ein paar Beispiele: 

 Yin

 Yang

Erde

 Himmel

 Mond

 Sonne

 Nacht

 Tag

unten

oben

 langsam

 schnell

 innen

 außen

 leicht

 schwer

 alt

 jung

 langsam

 schnell

 

Ziel der Chinesischen Medizin ist eine Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung der Balance zwischen dem materiellen, ruhenden, kühlenden Yin und dem energetischen, bewegenden, wärmenden Yang.

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Qi und Blut

Qi Xue - Qi und Blut

"Qi"

ist ein fundamentaler Begriff in der chinesischen Philosophie und wird meistens als "Lebensenergie" übersetzt, aber es gibt kein Wort in westlichen Sprachen, das die Bedeutung angemessen ausdrücken könnte. Es ist Materie und Energie zugleich.

Alles im Universum ist aus Qi zusammengesetzt. Qi wird funktional verstanden, durch sein Wirken. Im Körper werden verschieden Arten von Qi unterschieden, z.B. das Ursprungs-Qi, Nahrungs-Qi, Abwehr-Qi, das Qi der einzelnen Organe, u.a.

Funktionsstörungen des Qi werden als Qi-Disharmonien bezeichnet, Qi-Mangel (z.B. Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kurzatmigkeit etc.), Qi-Stagnation (z.B. Schmerzen, Wutausbrüche, gefühlte Blockaden) oder gegenläufiges Qi (z.B. Husten, Sodbrennen)

"Xue" - Blut

Das Verständnis von Xue geht über die westliche Vorstellung von Blut hinaus. Es ist eng mit dem Qi verbunden.

Blut nährt das Qi - Qi bewegt das Blut.

Xue nährt und befeuchtet den Körper und ist auch die materielle Basis für den Geist.

Blut-Disharmonien werden als Blut-Mangel (z.B. Blässe, Schlaflosigkeit, Haarausfall, innere Unruhe, Nachtblindheit) oder Blut-Stase (starke, stechende Schmerzen) wahrgenommen.

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Die drei Schätze - Jing, Qi, Shen

 

Der Himmel hat drei Schätze, die Sonne, den Mond und die Sterne.
Der Erde verfügt über drei Schätze, Wasser, Feuer und Erde (Humus).
Ein Mensch ist durch drei Schätze aufgeklärt, Jing, Qi und Shen.
Eine weise
Anwendung dieser Schätze befreit uns zur Ewigkeit.

 


Aus Sicht der Chinesischen Medizin ist die Pflege und Kultivierung der „drei Schätze“ die zentrale Aufgabe, um die Gesundheit zu erhalten und ein langes Leben zu erreichen.

Jing

Jing stellt die materielle Basis für den physischen Körper dar und wird von den Eltern an ihr Kind bei der Empfängnis übertragen. Es regelt die Wachstums- und Entwicklungsprozesse im Körper und wird stufenweise mit zunehmendem Alter abgebaut. Der Verlust von jing wird durch Stress, Überarbeitung, Krankheit, schlechte Ernährung, und Drogenmissbrauch beschleunigt.

Qi (siehe auch oben)

Qi ist die unsichtbare Lebenskraft und vitale Energie des Körpers. Qi ist kosmische Energie, die in Kanälen (Meridiane) durch den Körper zirkuliert. Wenn diese Kanäle blockiert werden entsteht Krankheit.

Das Qi erfüllt im Körper eine Vielzahl von Funktionen. Die wichtigsten sind:

  • Transport und Transformation (z.B. Verdauung, Nahrungstransport, Produktion und Transport von Körperflüssigkeiten)
  • Schützen und verteidigen ( z.B. Immunsystem)
  • Halten (Die Haltefunktion ist z.B. gestört bei Krampfadern, Bandscheibenvorfall etc.)

Shen

Shen wird mit "Geist" oder "Psyche" gleichgesetzt" und ist eine Manifestation der höheren Natur des Menschen. Es wird durch das Zusammenspiel von Jing und Qi verstärkt und entwickelt. Shen leitet die Emotionen als allumfassendes Bewusstsein oder bringt die Tugenden, wie Weisheit, Liebe, Mitgefühl, Freundlichkeit, Güte, Akzeptanz, Vergebung und Toleranz zum Ausdruck. Ein starkes Shen existiert auf dem Fundament eines soliden Jing und eines starken Qi; daher müssen diese drei zusammen entwickelt und gepflegt werde. Ein gut gepflegtes Shen bringt uns Seelenfrieden.



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Stefan M. Patschky - Heilpraktiker ***    praxis (at) tcm-in-gailingen.de *** +49 (0)7734 / 999 042